Keine Bahn ist keine Lösung

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Zusammenkunft im Rathaussaal zum Thema "Erhaltung der Bahn !?" Was können wir tun?
29.03.2017 22:23
Mehr als 200 Bürger im Rathaussaal Barth

"Noch nie (!) war der Rathaussaal so mit Besuchern gefüllt, wie zur heutigen Veranstaltung zur Bahn. Wer glaubt, dass die Bahn verzichtbar ist, weil die Fahrgastzahlen nach Landesaussage unterdurchschnittlich sind, irrt offensichtlich. Dann wäre der Saal halb leer geblieben. Ohne Bahn bricht z.B. für viele ältere Bürger die medizinische Versorgung weg"

Artikel der Ostseezeitung vom 31.04.17

Barth. So voll war der Rathaussaal in Barth (Vorpommern-Rügen) wohl seit mehr als 20 Jahren nicht. Die Einwohner Barths haben in dieser Woche eine Kampagne für den Erhalt der Bahnstrecke Velgast Barth gestartet. „Keine Bahn ist auch keine Lösung“ lautet das Motto. „Es ist toll, dass so viele Leute zeigen, dass ihnen das Thema wichtig ist“, sagte Barths Bürgermeister Stefan Kerth (SPD). Auch Bürgermeister anderer Gemeinden wie Andreas Kuhn aus Zingst, René Roloff aus Prerow und Holger Griewahn aus Velgast nahmen an der Veranstaltung teil. Andreas Kuhn verwies auf die laufenden Planungen zur Darßbahn vonseiten der Usedomer Bäderbahn. „Was hat es für einen Sinn, wenn die Anbindung nach Barth nicht da ist, überhaupt weiterzuplanen?“, fragte er. Der Staat habe zudem eine Versorgungsaufgabe. „Und dabei sollte man nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch volkswirtschaftlich denken“, so Kuhn. Velgasts Bürgermeister Holger Griewahn kritisierte die Kommunikation des Landes. „Alles ist recht schwammig, keiner bringt es auf den Punkt.“

Nicht nur für Touristen

Argumente für den Erhalt der Bahnstrecke seien nicht nur in den Vorteilen für den Tourismus durch die mögliche Anbindung von Zingst und Darß zu sehen. Viele ältere Bürger aus Barth kämen ohne Bahn beispielsweise nicht zum Arzt. Auch das Fachgymnasium in Velgast besuchen viele Schüler aus der Region.

Stefan Kerth betonte außerdem die Anbindung Stralsunds. Nicht nur dass Touristen von der Halbinsel – so denn die Darßbahn kommt – die Welterbestadt am Sund per Bahn erreichen könnten, auch andersrum wäre es für Stralsunder und Gäste der Kreisstadt bis zum Zingster oder Prerower Strand nur ein Katzensprung per Bahn. Die Bahnhöfe in Zingst und Prerow, so die Planung, sollen nur wenige Hundert Meter vom Strand gebaut werden.

8000 Unterschriften gesammelt

8000 Unterschriften sind im vergangenen Jahr durch eine Bürgerinitiative in Barth bereits für den Erhalt der Bahnstrecke gesammelt worden. Weitere Aktionen sollen folgen, etwa Film- und Fotoaktionen, Infoaktionen an Bahnhöfen oder auch ein Besuch in Schwerin beim Infrastrukturministerium. Ein Arbeitskreis wurde gegründet, um die Aktionen zu koordinieren.

Auch in Stralsund regt sich verstärkt Widerstand. Mit einem Antrag will die Fraktion Bündnis90/Die Grünen in der Stralsunder Bürgerschaftssitzung am 6. April die Fraktionen auffordern, sich stärker für den Erhalt der Strecke einzusetzen. „Wir wollen erreichen, dass die Landesregierung aufgefordert wird, die Ausschreibung dieser Strecke unverzüglich vorzubereiten und durchzuführen“, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Suhr.

Robert Niemeyer

 

Bildung von Arbeitsgruppen

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